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6 Tipps für gute Führungskommunikation

  • 26. März
  • 5 Min. Lesezeit

Inhalt


«Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg Tausende Male gehört – doch nur selten wirklich ernst genommen. Oder wieso ist Kommunikation noch immer einer der grössten Problemfelder in Unternehmen?!


Aber, lassen wir Zahlen sprechen! Sky-tech-today.com hat im Dezember letzten Jahres eine Statistik zur Kommunikation am Arbeitsplatz veröffentlicht. Die Ergebnisse haben sogar mich beeindruckt.


  • 86% der Arbeitnehmer und Führungskräfte geben an, dass mangelhafte Teamarbeit und Kommunikation die Hauptursachen für Probleme an ihrem Arbeitsplatz sind.

  • 70% der Befragten empfinden, dass aufgrund mangelnder Kommunikation Zeit verschwendet wird.

  • Das Anhören und Umsetzen von Mitarbeiterfeedback steigert das Vertrauen am Arbeitsplatz um 75% - bzw. würde es steigern…

  • Kommunikation ist ein zentraler Faktor, um das Engagement der Mitarbeitenden zu stärken. Welche wiederum die Produktivität (18%) und der Profitabilität (23%) beflügelt.


Führungskommunikation kann gelernt werden.


In diesem Blog teile ich mit dir 6 Tipps, die dir die Kommunikation mit deinen Mitarbeitenden vereinfachen werden.


Tipp 1: Höre deinem Team aktiv zu


Kommunikation heisst nicht nur sprechen, sondern auch aktiv zuzuhören.


Dabei ist aktives Zuhören viel mehr als nur aufmerksam zuzuhören – und deinem Gegenüber nicht ins Wort zu fallen. Aktives Zuhören bedeutet, wirklich verstehen zu wollen - und bei Bedarf neugierig nachzufragen.


Es geht um echtes Interesse an deinem Gegenüber – an seiner Sichtweise, seinen Gedanken und Gefühlen. Wenn du wirklich zuhörst:


  • verstehst du dein Gegenüber und seine Bedürfnisse besser,

  • stärkst du deine zwischenmenschlichen Beziehungen,

  • vermeidest du Missverständnisse und Konflikte,

  • verbesserst du deine Verhandlungsposition.


Wenn du mehr über Aktives Zuhören lernen willst, wir einen Blick auf meinen Blog zum Thema.


Tipp 2: Setze bei Konflikten auf Proaktivität


Vielleicht kommt dir dies bekannt vor:

Du erhältst eine Email von Kunde Meier mit einer Frage – auf die du gerade nicht zu antworten weisst. Da es sich bei der Anfrage nicht um etwas Dringliches handelt, wartest du erst mal ab und meldest sich erst zwei Tage später wieder beim Kunden. Und siehe da: Die Angelegenheit ist erledigt.


Hast du schon mal versucht, das gleiche mit Konflikten im Team zu machen?


Falls ja, hast du bestimmt festgestellt: Es funktioniert nicht. Spannungen, Konflikte, Reibereien und Probleme lösen sich nicht von selbst. Im Gegenteil: Wenn wir nicht rechtzeitig einschreiten, werden sie meist noch schlimmer.


Sprich solche Themen möglichst schnell an. Je länger das du wartest, desto mehr Zeit und Energie musst du investieren.


Kommunikation im Team

Tipp 3: Raus aus der Interpretation, rein in die Verifizierung und den Austausch.


Wir Menschen haben die Tendenz dazu, Ereignisse im Kopf zu interpretieren, anzureichern, weiterzustricken und manchmal riesig aufzublasen und - ohne zu verifizieren, was tatsächlich von diesen Gedanken wahr ist.


Das Problem dabei...


Grundsätzlich dieser Interpretations- und Anreicherungsprozess wichtig. Er schützt uns beispielsweise davon, nicht ein zweites Mal von einem knurrenden Hund gebissen zu werden.


Doch: Wir Menschen gewichten negative oder potenziell kritische Informationen stärker als neutrale oder positive. Das heisst: Etwas Irritierendes bekommt automatisch mehr Aufmerksamkeit.


So entstehen aus kleinen Unklarheiten schnell grosse Probleme – zumindest in unserem Kopf.


Ersetzte Annahmen durch Fakten


Das nächste Mal, wenn du mit etwas nicht einverstanden bist: Lass die Interpretation beiseite und suche das Gespräch.


Existiert das Problem überhaupt – oder hast du nur interpretiert? Was war das Verhalten der Person, dass dich gestört hat – und ist es dieser Person überhaupt bewusst? Was war die Motivation dahinter?

Du wirst erstaunt sein, was ein ehrlicher Austausch bringen kann – und wie klein die meisten «Probleme» wirklich sind.

Tipp 4: Spreche Kritik richtig an


Kürzlich hatte ich ein Coaching mit einem Kunden. Nennen wir in Thomas.


Seine Assistentin, mit der er seit Jahren zusammenarbeitet, macht seit einigen Monaten immer mehr Fehler. Lange hat er nichts gesagt, aber die Fehler wurden immer mehr und immer häufiger. «Ich weiss, ich muss das Thema ansprechen. Aber: Wie mache ich das richtig?»


Ich habe Thomas die WWW-Formel gezeigt. WWW steht dabei für Wahrnehmung, Wirkung, Wunsch.


Wahrnehmung: Beschreibe konkret das beobachtete Verhalten und die Situation, so objektiv wie möglich, ohne Deutung.


Thomas hat seine Assistentin klar auf die Fehler hingewiesen – und seine anfängliche Wertung im Sinne von «Ihr ist ihre Arbeit total egal» bei Seite gelassen.


Wirkung: Erläutere, was dieses Verhalten für eine Auswirkung hatte – im Team, auf die Prozesse und auf dich (auch gefühlsmässig).


Thomas hat seiner Assistentin klar aufgezeigt, welche Probleme aus ihren Fehlern entstanden sind und welche Teammitglieder und Kunden am Ende von ihren Fehlern betroffen waren. Er hat diesen Moment aber auch genutzt, klar und sachlich über seine Gefühle zu sprechen. Wie ihn diese Fehler verunsichern, mal eher nerven und mal Sorgen um ihr Befinden aufkommen lassen.


Wunsch: Teile deine Erwartung oder deinen Wunsch hinsichtlich der Veränderung, die du gerne sehen würdest. Der Wunsch ist im Business nicht immer ein Wunsch, sondern kann oft auch eine Forderung sein. Was soll oder muss sich ändern?


In Thomas Fall hat dies so getönt: «Wir arbeiten seit Jahren zusammen. Du bist eine Person meines Vertrauens und ich weiss, wozu du fähig bist. Ich wünsche mir, dass wir einen gemeinsamen Weg finden können, um die Qualität deiner Arbeit zu gewährleisten.»


Zuerst rede ich - und gebe als Führungsperson auch einmal einen klaren Tarif durch. Danach folgt mein Gegenüber. Was sieht es für Möglichkeiten, die Situation zu verändern?


Die konkreten Massnahmen sollten immer von der Person kommen, die sie auch auszuführen hat, dann passen sie nämlich. Es muss natürlich auch die Bereitschaft da sein, sich zu verändern. Nicht jeder Wunsch, der an uns herangetragen wird, wollen wir auch erfüllen.


Hier findest du meinen ganzen Artikel «Kritikgespräche richtig führen»


Tipp 5: Geh mit Beispiel voran


Als Führungsperson setzt du ein Beispiel für deine Mitarbeitenden.


Kommuniziere - und dein Team wird kommunizieren. Lerne Feedback anzunehmen – und dein Team sieht, dass Feedback Teil der Unternehmenskultur ist.

Feedback ist im ersten Moment kein Geschenk: Jedes Entwicklungsfeedback wird erstmals als negativ oft sogar subtil verletzend empfunden. Die Gefahr ist gross, aus dieser Verletzung heraus mit Abwehr oder Gegenangriff zu reagieren. Selbst wenn du um die Wichtigkeit von Feedback weisst. 

Und je höher dein Anspruch an dich selbst und deine Perfektion und Fehlerlosigkeit ist, desto schwieriger wird es dir fallen, Kritik anzunehmen.


Die Fähigkeit, solche Rückmeldungen unvoreingenommen und lernbereit anzunehmen, ist nicht nur ein Beweis für unsere Bescheidenheit, sondern auch für unser Engagement für Wachstum.


Gerne teile ich mir dir meinen Blog «So führst du eine positive Feedback-Kultur ein» wo ich genauer auf das Thema eingehe.


Tipp 6: Lerne schwierige Nachrichten zu kommunizieren


Eine Freundin von mir hat kürzlich ihren Job verloren – Personalkürzungen. Die Kürzungen kamen nicht aus dem Nichts. Schon länger war bekannt, dass es Umstrukturierungen geben würde. Meine Freundin war also schon darauf vorbereitet, dass es sie treffen könnte.


Worauf sie nicht vorbereitet war, war das Gespräch mit ihrem Vorgesetzten, welchem das Ganze so unangenehm war, dass er sich verzettelte. «Ich wusste bis zur letzten Minute nicht, ob ich befördert oder entlassen werde», sagte sie mir.


Unangenehme Neuigkeiten zu verkünden, ist nie einfach. Umso wichtiger ist es, dass du es richtig machst.


Wie schaffe ich es, empathisch zu sein, und trotzdem eine schwere Botschaft so zu überbringen, dass sie klar ankommt?


Das ist eine der zentralen Führungsfragen – und viele machen hier denselben Fehler: Sie glauben, sie müssten sich entscheiden zwischen klar sein oder empathisch sein.


Empathie bedeutet nicht, die Botschaft weicher zu machen. Empathie bedeutet, den Menschen zu sehen – während man die Wahrheit sagt.


Ein «Vielleicht könnten wir eventuell mal schauen…» verändert die Tatsachen nicht.

Doch ein «Ich schätze dich sehr. Darum fällt es mir schwer, diesen Schritt gehen zu müssen» kommt eher an. Ehrlich und klar.

 

Wenn dich dieses Thema interessiert, empfehle ich dir mein Buch «Schwierige Personal-Gespräch souverän führen».

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